KI
GPT Image 2.5 ist da: ChatGPT Bilder erstellen wird schneller und präziser

OpenAI hat am 8. September 2026 ChatGPT Images 2.5 veröffentlicht, die neue Generation der Bilderzeugung in ChatGPT. Sie erzeugt Bilder schneller, hält Details über mehrere Bearbeitungen hinweg konstant und erlaubt Änderungen per Kommentar an einer markierten Stelle, statt den ganzen Auftrag neu zu formulieren. Dazu kommen eine Skizzenfunktion und fertige Vorlagen. In der Programmierschnittstelle erscheinen zwei Modelle: GPT-Image-2.5 Flare für schnelle Bilder im Alltag und GPT-Image-2.5 Sunburst für präzises Bearbeiten. Die Token-Preise bleiben mit 5 Dollar je 1 Mio. Text-Eingabe- und 30 Dollar je 1 Mio. Bild-Ausgabe-Tokens auf dem Stand von GPT Image 2, neu sind die Qualitätsstufen xhigh und max sowie eigene Bildmaße bis 4K. Benchmarks hat OpenAI nicht veröffentlicht.
Was OpenAI am 8. September 2026 veröffentlicht hat
OpenAI hat ChatGPT Images 2.5 vorgestellt, die neue Generation der Bilderzeugung in ChatGPT. Parallel dazu erscheinen in der Programmierschnittstelle zwei neue Modelle: GPT-Image-2.5 Flare für schnelle Bilder im Alltag und GPT-Image-2.5 Sunburst für Arbeiten, bei denen es auf präzises Bearbeiten ankommt. Der Vorgänger GPT Image 2 bleibt vorerst verfügbar.
OpenAI nennt vier Verbesserungen: schnellere Erzeugung, natürlichere und besser wiedererkennbare Motive, gleichbleibende Details über mehrere Bearbeitungsschritte hinweg und eine Bearbeitung per Kommentar, bei der sich gezielt einzelne Stellen ändern lassen. Dazu kommen zwei neue Werkzeuge in ChatGPT: eine Skizzenfunktion und fertige Vorlagen.
Für die Einordnung ist eines wichtig: Das ist eine Produktankündigung und keine Forschungsveröffentlichung. OpenAI hat zu Images 2.5 keine Benchmark-Tabelle und keine Modellkarte veröffentlicht. Alle Qualitätsaussagen stammen aus der eigenen Ankündigung und sind bislang nicht unabhängig nachgemessen. Wer belastbare Vergleichszahlen erwartet, muss auf spätere Auswertungen warten.
Flare oder Sunburst: welches Modell wofür?
In ChatGPT musst du dich nicht entscheiden, dort läuft Images 2.5 automatisch. Relevant wird die Wahl in der Programmierschnittstelle, also überall dort, wo Bilder aus einem eigenen System heraus entstehen, etwa im Shop, im Redaktionswerkzeug oder in einer Automatisierung.
| Kriterium | GPT-Image-2.5 Flare | GPT-Image-2.5 Sunburst |
|---|---|---|
| Positionierung laut OpenAI | schnelle, hochwertige Bilder für den Alltag | das leistungsfähigste Modell für Erzeugung und Bearbeitung |
| Leistungsstufe | hoch | am höchsten |
| Tempo | sehr schnell | mittel |
| Stärke | Durchsatz, kurze Wartezeit | Präzision beim gezielten Bearbeiten |
| Modell-ID | gpt-image-2.5-flare | gpt-image-2.5-sunburst |
| Fixierte Fassung | gpt-image-2.5-flare-2026-09-08 | gpt-image-2.5-sunburst-2026-09-08 |
| Token-Preis | identisch | identisch |
Die Faustregel aus der Dokumentation: Flare, wenn viele Bilder schnell entstehen sollen. Sunburst, wenn ein bestehendes Bild an einer bestimmten Stelle geändert wird und der Rest exakt gleich bleiben muss. Laut Ankündigung braucht Sunburst dafür längere Erzeugungszeiten.
Was kostet GPT Image 2.5?
In ChatGPT entstehen keine zusätzlichen Kosten, die Nutzung läuft im bestehenden Kontingent des jeweiligen Plans. Über die Programmierschnittstelle wird nach Tokens abgerechnet, nicht pauschal pro Bild. Beide Modelle kosten dasselbe, und die Token-Preise sind identisch mit GPT Image 2:
| Position | Preis je 1 Mio. Tokens |
|---|---|
| Text-Eingabe | 5,00 $ |
| Text-Eingabe, zwischengespeichert | 1,25 $ |
| Bild-Eingabe | 8,00 $ |
| Bild-Eingabe, zwischengespeichert | 2,00 $ |
| Bild-Ausgabe | 30,00 $ |
Der wichtigste Satz steht im Kleingedruckten der Dokumentation: Gleiche Token-Preise bedeuten nicht gleiche Kosten je Bild. Wie viele Tokens ein Bild verbraucht, hängt vom Modell, von der Qualitätsstufe und von der Bildgröße ab. OpenAI weist ausdrücklich darauf hin, dass der Token-Rechner für GPT Image 2 den Verbrauch von GPT Image 2.5 nicht zuverlässig schätzt. Wer kalkulieren will, muss das Feld usage in der Antwort auswerten und mit den eigenen Einstellungen nachmessen.
Ein Anhaltspunkt aus der offiziellen Dokumentation: Ein Bild mit 196 Ausgabe-Tokens kostet rund 0,006 Dollar. Das ist der untere Rand der Skala. Text- und Bild-Eingaben sowie Zwischenbilder beim Streaming sind darin nicht enthalten. Für die hohen Qualitätsstufen liegt der Verbrauch deutlich darüber, deshalb gilt: vor dem Produktivbetrieb mit den eigenen Einstellungen kalkulieren, nicht mit dem Beispielwert rechnen.
Welche Auflösungen und Qualitätsstufen sind möglich?
Hier liegt die größte technische Neuerung. Beide Modelle ergänzen die Qualitätsstufen xhigh und max. Frühere GPT-Image-Modelle reichten nur bis high. Voreingestellt ist bei beiden auto, das Modell wählt dann selbst.
| Einstellung | Mögliche Werte |
|---|---|
| Qualität | low, medium, high, xhigh, max, auto |
| Empfohlene Größen | 1024x1024 (quadratisch), 1536x1024 (quer), 1024x1536 (hoch) |
| Eigene Maße | Breite und Höhe als Vielfache von 16 |
| Seitenverhältnis | zwischen 1:3 und 3:1 |
| Maximale Kantenlänge | 3.840 Pixel |
| Gesamtpixel | 655.360 bis 8.294.400 (4K) |
| Hintergrund | transparent, deckend oder automatisch |
| Dateiformate | PNG (Standard), JPEG, WebP |
Zwei Details, die in der Praxis oft übersehen werden. Erstens: Auflösungen über 2560x1440 gelten laut OpenAI als experimentell. Wer für den Druck oder für große Displays arbeitet, sollte die Ergebnisse dort besonders genau prüfen. Zweitens: Ein transparenter Hintergrund funktioniert nur mit dem Ausgabeformat PNG oder WebP, nicht mit JPEG. Genau daran scheitern in der Praxis die meisten Freisteller-Versuche.
Für die Wartezeit gilt ein einfacher Hebel: JPEG ist schneller als PNG. Wer auf kurze Antwortzeiten optimiert und keine Transparenz braucht, fährt mit JPEG plus Kompressionsgrad besser.
Wer bekommt ChatGPT Images 2.5 und ab wann?
Laut Ankündigung wird Images 2.5 ab dem 8. September 2026 an alle Nutzerinnen und Nutzer von ChatGPT, ChatGPT Work und Codex ausgerollt, auf dem Rechner, mobil und im Browser. Eine Einschränkung auf bezahlte Pläne nennt OpenAI in der Ankündigung nicht.
Zwei Punkte solltest du realistisch einordnen. Erstens läuft ein Rollout gestaffelt: Dass das Konto die neue Fassung heute noch nicht zeigt, ist normal und kein Fehler. Zweitens nennt OpenAI keine konkreten Nutzungsgrenzen je Plan. Wie viele Bilder ein kostenloses Konto pro Tag erzeugen darf, steht in der Ankündigung nicht. Aus der Vergangenheit ist bekannt, dass kostenlose Konten spürbar früher gedrosselt werden als bezahlte.
Für die Nutzung über die Schnittstelle gilt eine zusätzliche Hürde, die viele überrascht: Für GPT-Image-Modelle kann eine Organisationsprüfung in der Entwicklerkonsole nötig sein, bevor die Modelle freigeschaltet werden. Das ist kein Fehler im Code, sondern eine Freigabestufe.
Kommentar-Bearbeitung, Skizze und Vorlagen: was die neuen Werkzeuge bringen
Bearbeiten per Kommentar
Statt den kompletten Bildwunsch neu zu formulieren, markierst du die Stelle, die sich ändern soll, und schreibst dazu, was passieren soll. OpenAI nennt das comment-based edits. Der Rest des Bildes bleibt stehen. Das ist die Antwort auf das bekannteste Ärgernis der Bild-KI: Man ändert eine Kleinigkeit und bekommt ein völlig neues Bild zurück.
Skizze
Mit @ Sketch zeichnest du direkt in ChatGPT. Der Gedanke dahinter: Manche Bildideen sind schneller gezeichnet als beschrieben, etwa die Anordnung von Elementen auf einer Seite oder eine bestimmte Perspektive. Die Skizze dient als Vorgabe, nicht als fertiges Bild.
Vorlagen
Für gängige Formate wie Poster oder Merchandise gibt es fertige Vorlagen, die du mit eigenem Text, eigenen Gestaltungselementen und eigenem Stil füllst. Das senkt die Einstiegshürde für alle, die nicht wissen, wie ein guter Bildauftrag aufgebaut ist.
Wie erstellt man mit ChatGPT Bilder?
Der Weg ist unverändert und braucht kein Zusatzprogramm: Du öffnest ChatGPT, beschreibst im Chat das gewünschte Bild und bekommst es im Verlauf zurück. Neu ist, dass du danach nicht mehr neu formulieren musst, sondern die Stelle markierst, die sich ändern soll.
In der Praxis haben sich vier Angaben bewährt, die einen brauchbaren Bildauftrag ausmachen:
- Motiv: was genau zu sehen ist, inklusive Anzahl und Anordnung der Elemente.
- Stil: Fotografie, Illustration, technische Zeichnung, dazu Licht und Stimmung.
- Format: quadratisch, quer oder hoch, passend zum späteren Einsatzort.
- Text im Bild: die gewünschte Beschriftung in Anführungszeichen, wörtlich.
Wer mit eigenem Bildmaterial arbeitet, lädt es hoch und beschreibt die gewünschte Änderung. Genau dafür ist Sunburst gemacht: bearbeiten statt neu erzeugen. Ausführliche Vorlagen für gute Aufträge findest du in meinem Ratgeber zu ChatGPT-Prompts auf Deutsch.
Was ändert sich für Entwicklerinnen und Entwickler?
Die Modelle sind über zwei Wege erreichbar: direkt über die Bild-Schnittstelle mit den Endpunkten für Erzeugung und Bearbeitung, oder als Werkzeug innerhalb der Responses-Schnittstelle. Im zweiten Fall wählst du oben ein Sprachmodell und gibst das Bildmodell im Werkzeugfeld an.
Bild erzeugen (Bild-Schnittstelle, Python)
from openai import OpenAI
client = OpenAI()
img = client.images.generate(
model="gpt-image-2.5-flare",
prompt="Werkstatt bei Sonnenaufgang, Fotografie, warmes Licht",
size="1536x1024",
quality="xhigh",
)
# Kosten je Bild NICHT schaetzen, sondern messen:
print(img.usage)Zwei Punkte für die Migration von GPT Image 2. Die Qualitätsstufen xhigh und max gibt es nur bei den 2.5-Modellen, ältere Modelle brechen damit ab. Und die Antwort kommt weiterhin als Base64-Daten zurück, nicht als Verweis auf eine Datei. Wer die Bilder speichern will, muss sie also selbst dekodieren und ablegen.
Müssen KI-Bilder in Deutschland gekennzeichnet werden?
Für deutsche Unternehmen ist das die wichtigste Frage überhaupt, in OpenAIs Ankündigung kommt sie dagegen nicht vor. Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten aus Artikel 50 der KI-Verordnung der EU. Wichtig ist dabei die Trennung von zwei Ebenen.
Ebene 1, die Anbieterpflicht: Wer generative KI anbietet, muss dafür sorgen, dass erzeugte Inhalte eine maschinenlesbare Markierung tragen, etwa Herkunftsdaten nach dem C2PA-Standard oder ein digitales Wasserzeichen. Diese Pflicht trifft OpenAI, nicht dich als Nutzerin oder Nutzer.
Ebene 2, die Anwenderpflicht: Eine pauschale Kennzeichnungspflicht für jedes KI-gestützte Bild gibt es nicht. Nach Artikel 50 Absatz 4 musst du zwei Arten von Inhalten offenlegen:
- Deepfakes: KI-erzeugte oder veränderte Bild-, Ton- oder Videoinhalte, die existierenden Personen, Objekten, Orten oder Ereignissen ähneln und fälschlich echt wirken.
- KI-erzeugte Texte zu Themen von öffentlichem Interesse, die veröffentlicht werden, ohne dass ein Mensch sie geprüft hat und ohne dass jemand die redaktionelle Verantwortung trägt.
Ein erzeugtes Produktbild, eine Illustration oder ein Symbolbild fällt damit in aller Regel nicht unter die Offenlegungspflicht. Dazu kommen drei ausdrückliche Ausnahmen: Bei offensichtlich künstlerischen, kreativen, satirischen oder fiktionalen Werken beschränkt sich die Pflicht auf eine Offenlegung, die den Genuss des Werks nicht stört. Sie entfällt, wenn die Nutzung gesetzlich zur Verfolgung von Straftaten erlaubt ist. Und bei Texten entfällt sie, sobald ein Mensch geprüft hat und jemand die redaktionelle Verantwortung übernimmt.
Der Rahmen für Verstöße gegen Artikel 50 steht in Artikel 99 Absatz 4: bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes, je nachdem, welcher Betrag höher ist.
Die drei EU-Symbole für die KI-Kennzeichnung, mit Download
Für die sichtbare Kennzeichnung hat die Europäische Kommission drei eigene Symbole entwickelt. Sie sind Teil von Abschnitt 2 des Verhaltenskodex für die Kennzeichnung KI-generierter Inhalte und wurden vor der Veröffentlichung in Nutzertests geprüft. Ein Ergebnis daraus: Das Basis-Symbol wirkt deutlich besser, wenn eine kurze Textbeschriftung danebensteht.

| Symbol | Wann du es verwendest | Beispiel |
|---|---|---|
| Basis-Symbol (AI) | wenn KI an einem Deepfake oder einem veröffentlichten Text beteiligt war, oder wenn du eine eigene Textbeschriftung danebensetzt | Video mit der Beschriftung "Stimmen erzeugt mit" und dem Symbol dahinter |
| AI GENERATED (vollständig KI-erzeugt) | wenn der komplette Inhalt von KI stammt, ohne menschlich erstellte Bestandteile und ohne redaktionelle Kontrolle, abgesehen vom Prompt | vollständig erzeugtes Deepfake-Video, KI-komponierte Musik, automatisch erzeugte Nachrichtenzusammenfassung |
| AI MODIFIED (teilweise KI-verändert) | wenn vorhandenes, von Menschen erstelltes Material mit KI so verändert wurde, dass ein Deepfake daraus wird | ein Gesicht im Foto gegen das einer Politikerin getauscht, eine leere Wohnung per KI möbliert |
Wo du die Symbole herunterlädst
Die Kommission stellt alle drei Symbole in vier Varianten bereit: schwarz, weiß, schwarz mit 50 Prozent Transparenz und weiß mit 50 Prozent Transparenz. Jede Variante gibt es als SVG und als PNG, jeweils als ZIP-Paket mit allen zwölf Dateien. Lade sie direkt bei der Kommission herunter, dann hast du immer den aktuellen Stand:
- EU-Symbole zur KI-Kennzeichnung, SVG-Paket (ZIP)
- EU-Symbole zur KI-Kennzeichnung, PNG-Paket (ZIP)
- Übersichtsseite der Kommission mit allen Vorgaben zur Verwendung
Darf ich die Symbole einfach benutzen?
Ja. Die Kommission schreibt dazu wörtlich, die Symbole würden öffentlich zugänglich gemacht, damit sie von jedermann frei verwendet werden können, ohne dass der Kommission oder dem Amt für künstliche Intelligenz zugeschrieben werden muss. Du brauchst also weder eine Genehmigung noch einen Quellenhinweis. Drei Punkte solltest du trotzdem kennen:
- Die Verwendung ist freiwillig, die Kennzeichnungspflicht nicht. Du darfst auch anders offenlegen, etwa mit einem eigenen Hinweistext.
- Das Symbol allein schafft keine Rechtssicherheit. Die Kommission stellt ausdrücklich klar, dass die Nutzung für sich genommen noch keine Rechtskonformität herstellt. Verantwortlich bleibst du.
- Symbol nutzen heißt nicht Kodex unterzeichnen. Wer den Verhaltenskodex nicht unterzeichnet hat, signalisiert durch die Verwendung auch keine Zustimmung dazu.
Worauf du beim Platzieren achten solltest
Der Verhaltenskodex nennt Platzierungsvorgaben, die für Unterzeichner verbindlich sind und für alle anderen eine brauchbare Richtschnur abgeben. Die wichtigsten:
- Das Symbol muss spätestens beim ersten Kontakt klar erkennbar sein, nicht erst nach einem Klick.
- Es darf nicht von anderen Elementen überlagert werden.
- Es sollte direkt in das Bild oder Video eingebettet sein, damit es beim Teilen und Herunterladen erhalten bleibt.
- Für Barrierefreiheit: ausreichend groß darstellen, verständlich beschriften und per Alt-Text oder ARIA-Label auszeichnen, damit Screenreader die Kennzeichnung vorlesen.
Meine Empfehlung aus der Praxis: Halte schriftlich fest, wo du KI-Bilder einsetzt und wie du sie kennzeichnest. Achte darauf, dass die Herkunftsdaten in den Dateien bleiben, denn beim Umwandeln gehen sie oft unbemerkt verloren. Und behandle jede Darstellung einer realen Person als Sonderfall. Das ersetzt keine Rechtsberatung, verhindert aber die häufigsten Fehler.
Wem gehören die Bilder aus ChatGPT?
Nach den Nutzungsbedingungen von OpenAI werden die Rechte an den erzeugten Inhalten den Nutzenden übertragen, eine kommerzielle Nutzung ist ausdrücklich erlaubt. Das ist die eine Hälfte der Antwort.
Die andere Hälfte ist das deutsche Urheberrecht, und dort sieht es anders aus: Ein Werk setzt eine persönliche geistige Schöpfung voraus. Ein rein durch Textbeschreibung erzeugtes Bild erfüllt das nach herrschender Meinung nicht. Praktisch heißt das: Du darfst das Bild nutzen, hast aber selbst kaum eine Handhabe, wenn jemand anderes es ebenfalls verwendet. Für Logos, Markenzeichen und alles, was Wiedererkennung tragen soll, ist reine KI-Erzeugung deshalb der falsche Weg.
Lohnt sich der Umstieg für Unternehmen?
Für ChatGPT stellt sich die Frage nicht, denn das Update kommt automatisch. Interessant wird die Entscheidung dort, wo Bilder aus einem eigenen System entstehen. In drei Fällen rechnet sich der Wechsel aus meiner Sicht:
- Produktbilder in Varianten: Wenn dasselbe Motiv in verschiedenen Farben oder Umgebungen gebraucht wird, ist die verbesserte Konstanz über mehrere Bearbeitungen hinweg der eigentliche Gewinn.
- Bilder mit Text: Beschriftungen in Bildern waren lange die Schwachstelle. Wer Poster, Anzeigen oder Vorschaubilder erzeugt, sollte hier gegen den bisherigen Stand testen.
- Freisteller mit Transparenz: Der deckende Hintergrund als neue Option und die feineren Qualitätsstufen sparen Nacharbeit in der Bildbearbeitung.
Wovon ich abrate: den kompletten Bildbestand blind umzustellen. Die Qualitätsaussagen sind bisher unbestätigt, und die Kosten je Bild lassen sich vorab nicht sauber schätzen. Verlässlicher ist ein Testlauf mit zwanzig echten Motiven aus deinem Alltag, einmal mit Flare und einmal mit Sunburst. Dazu liest du die gemessenen Tokens aus dem Feld usage aus. Danach ist die Entscheidung eine Rechenaufgabe und keine Vermutung mehr.
Ein Hinweis zum Datenschutz, der für deutsche Unternehmen zählt: Bilder, die über ChatGPT oder die Schnittstelle laufen, verlassen das Haus. Wer Personenfotos, Innenaufnahmen von Kundenanlagen oder unveröffentlichte Produkte verarbeitet, braucht dafür eine Rechtsgrundlage und einen Auftragsverarbeitungsvertrag.
Was OpenAI offen lässt
Vier Punkte sind zum Redaktionsschluss offen. Ich trage sie nach, sobald es belastbare Angaben dazu gibt.
- Keine Benchmarks. Es gibt keine veröffentlichten Vergleichswerte und keine Modellkarte, weder gegen GPT Image 2 noch gegen Wettbewerber.
- Kein Token-Verbrauch je Qualitätsstufe. Ohne diese Angabe ist keine Vorab-Kalkulation möglich, nur eine Messung.
- Keine Nutzungsgrenzen je Plan. Wie viele Bilder ein kostenloses Konto pro Tag erzeugen darf, ist nicht dokumentiert.
- Keine Angabe zu Sunburst-Wartezeiten. OpenAI nennt nur "längere Erzeugungszeiten", ohne Zahl.
Quellen und Stand
Stand: 8. September 2026, am Tag der Veröffentlichung. Alle Angaben stammen aus der Dokumentation von OpenAI sowie aus dem Gesetzestext der EU:
- OpenAI: Introducing GPT Images 2.5 in the API and ChatGPT (offizielle Ankündigung)
- OpenAI API: Modellseite GPT-Image-2.5 Flare
- OpenAI API: Modellseite GPT-Image-2.5 Sunburst
- OpenAI API: Leitfaden Bilderzeugung (Größen, Qualitätsstufen, Preise)
- OpenAI API: Preisliste
- OpenAI: Nutzungsbedingungen (Rechte an erzeugten Inhalten)
- Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Artikel 50 und Artikel 99
- Europäische Kommission: EU-Symbole zur Kennzeichnung KI-generierter Inhalte (Symbole, Varianten, Lizenz)
- Europäische Kommission: Verhaltenskodex für die Kennzeichnung KI-generierter Inhalte
- ravnmedia: Die besten ChatGPT-Prompts auf Deutsch
- ravnmedia: GPT-6 Astra ist da
- ravnmedia: Eigene KI erstellen mit Obsidian und Claude
Häufige Fragen
- Was ist GPT Image 2.5?
- GPT Image 2.5 ist die neue Bild-Generation von OpenAI, veröffentlicht am 8. September 2026. In ChatGPT heißt sie ChatGPT Images 2.5, in der Programmierschnittstelle gibt es zwei Modelle: GPT-Image-2.5 Flare für schnelle Bilder im Alltag und GPT-Image-2.5 Sunburst für präzises Bearbeiten. Neu sind eine schnellere Erzeugung, gleichbleibende Details über mehrere Bearbeitungen hinweg, eine Bearbeitung per Kommentar sowie die Qualitätsstufen xhigh und max.
- Ist ChatGPT Images 2.5 kostenlos?
- Die Ankündigung nennt den Rollout an alle Nutzerinnen und Nutzer von ChatGPT, ChatGPT Work und Codex, ohne Beschränkung auf bezahlte Pläne. Zusätzliche Kosten entstehen in ChatGPT nicht, die Nutzung läuft im Kontingent des jeweiligen Plans. Konkrete Nutzungsgrenzen je Plan nennt OpenAI allerdings nicht. Erfahrungsgemäß werden kostenlose Konten früher gedrosselt als bezahlte. Über die Programmierschnittstelle wird immer nach Tokens abgerechnet.
- Wie erstelle ich mit ChatGPT Bilder?
- Du beschreibst das gewünschte Bild direkt im Chat und bekommst es im Verlauf zurück, ein Zusatzprogramm ist nicht nötig. Hilfreich sind vier Angaben: das Motiv mit Anzahl und Anordnung der Elemente, der Stil samt Licht und Stimmung, das Format (quadratisch, quer oder hoch) und ein gewünschter Text im Bild wörtlich in Anführungszeichen. Neu in Images 2.5: Für Änderungen musst du nicht mehr alles neu formulieren, sondern markierst die Stelle und schreibst als Kommentar dazu, was sich ändern soll.
- Was kostet GPT Image 2.5 in der API?
- Beide Modelle kosten dasselbe, und die Token-Preise entsprechen GPT Image 2: 5 Dollar je 1 Million Text-Eingabe-Tokens (1,25 Dollar zwischengespeichert), 8 Dollar je 1 Million Bild-Eingabe-Tokens (2 Dollar zwischengespeichert) und 30 Dollar je 1 Million Bild-Ausgabe-Tokens. Gleiche Token-Preise bedeuten aber nicht gleiche Kosten je Bild: Der Verbrauch hängt von Modell, Qualitätsstufe und Bildgröße ab. OpenAI weist darauf hin, dass der Rechner für GPT Image 2 den Verbrauch der 2.5-Modelle nicht zuverlässig schätzt.
- Was ist der Unterschied zwischen Flare und Sunburst?
- Flare ist das schnelle Modell für hochwertige Bilder im Alltag, Sunburst das leistungsfähigste Modell für Erzeugung und Bearbeitung. Sunburst zielt auf Arbeiten, bei denen Bearbeitungspräzision zählt, also wenn an einer bestimmten Stelle etwas geändert wird und der Rest exakt gleich bleiben soll. Dafür braucht es laut OpenAI längere Erzeugungszeiten. Die Preise sind identisch, die Entscheidung läuft also allein über Tempo gegen Präzision.
- Welche Auflösung kann ChatGPT bei Bildern erzeugen?
- Empfohlen sind 1024x1024 Pixel quadratisch, 1536x1024 quer und 1024x1536 hoch. Eigene Maße sind möglich, wenn Breite und Höhe Vielfache von 16 sind, das Seitenverhältnis zwischen 1:3 und 3:1 liegt, keine Kante 3.840 Pixel überschreitet und die Gesamtpixelzahl zwischen 655.360 und 8.294.400 liegt, also bis 4K. Auflösungen über 2560x1440 bezeichnet OpenAI ausdrücklich als experimentell.
- Kann ChatGPT Bilder mit transparentem Hintergrund erstellen?
- Ja. In der Programmierschnittstelle setzt du dafür den Hintergrund auf transparent und wählst als Ausgabeformat PNG oder WebP. Mit JPEG funktioniert Transparenz technisch nicht, daran scheitern die meisten Freisteller-Versuche. Neu bei den 2.5-Modellen ist zusätzlich die Option eines ausdrücklich deckenden Hintergrunds.
- Kann ich eigene Bilder hochladen und bearbeiten lassen?
- Ja, beide Modelle nehmen Text und Bilder als Eingabe und geben Bilder aus. In ChatGPT lädst du das Bild hoch und beschreibst die Änderung, in der Schnittstelle gibt es dafür einen eigenen Endpunkt für Bearbeitungen. Beim Arbeiten mit Masken gilt: Bild und Maske müssen dasselbe Format und dieselbe Größe haben, unter 50 MB bleiben, und die Maske braucht einen Alphakanal. Für gezielte Änderungen an einer Stelle ist Sunburst das passendere Modell.
- Müssen mit ChatGPT erstellte Bilder gekennzeichnet werden?
- Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten aus Artikel 50 der EU-KI-Verordnung. Eine pauschale Kennzeichnungspflicht für jedes KI-Bild gibt es nicht. Die Pflicht zur maschinenlesbaren Markierung, etwa über C2PA-Herkunftsdaten, trifft den Anbieter, also OpenAI. Sichtbar offenlegen musst du zwei Dinge: Deepfakes, also täuschend echte Darstellungen realer Personen, Objekte, Orte oder Ereignisse, und KI-erzeugte Texte zu Themen von öffentlichem Interesse ohne menschliche Prüfung. Ein erzeugtes Produktbild oder eine Illustration fällt in aller Regel nicht darunter. Der Bußgeldrahmen liegt nach Artikel 99 Absatz 4 bei bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes, je nachdem, welcher Betrag höher ist. Das ist eine Einordnung, keine Rechtsberatung.
- Welche Symbole gibt es für die KI-Kennzeichnung und wo kann ich sie herunterladen?
- Die Europäische Kommission stellt drei Symbole bereit: das runde Basis-Symbol mit der Aufschrift AI, das Symbol AI GENERATED für vollständig KI-erzeugte Inhalte und AI MODIFIED für vorhandenes Material, das mit KI verändert wurde. Jedes gibt es in vier Varianten (schwarz, weiß und beide mit 50 Prozent Transparenz), als SVG und als PNG. Den Download gibt es kostenlos direkt bei der Kommission auf der Seite zu den EU-Symbolen für die Kennzeichnung KI-generierter Inhalte, als ZIP-Paket mit allen zwölf Dateien.
- Darf ich die EU-Symbole zur KI-Kennzeichnung frei verwenden?
- Ja. Die Kommission schreibt, die Symbole würden öffentlich zugänglich gemacht, damit sie von jedermann frei verwendet werden können, ohne dass der Kommission oder dem Amt für künstliche Intelligenz etwas zugeschrieben werden muss. Du brauchst also weder eine Genehmigung noch einen Quellenhinweis. Drei Einschränkungen gelten trotzdem: Die Verwendung der Symbole ist freiwillig, die Kennzeichnungspflicht selbst ist es nicht. Das Symbol allein stellt keine Rechtskonformität her, verantwortlich bleibst du. Und wer den Verhaltenskodex nicht unterzeichnet hat, signalisiert durch die Nutzung auch keine Zustimmung dazu.
- Darf ich die Bilder kommerziell nutzen?
- Nach den Nutzungsbedingungen von OpenAI werden die Rechte an erzeugten Inhalten den Nutzenden übertragen, eine kommerzielle Nutzung ist erlaubt. Nach deutschem Urheberrecht entsteht an einem rein durch Textbeschreibung erzeugten Bild allerdings kein eigenes Schutzrecht, weil die persönliche geistige Schöpfung fehlt. Du darfst das Bild also verwenden, kannst anderen die Nutzung aber kaum untersagen. Für Logos und Markenzeichen ist reine KI-Erzeugung deshalb der falsche Weg.
- Ist GPT Image 2.5 besser als der Vorgänger?
- Laut OpenAI ja: schnellere Erzeugung, natürlichere Motive, gleichbleibende Details über mehrere Bearbeitungen und präziseres Ändern einzelner Stellen. Belegt ist das bisher nicht. OpenAI hat zu Images 2.5 weder eine Benchmark-Tabelle noch eine Modellkarte veröffentlicht, unabhängige Messungen stehen aus. Nachprüfbar neu sind die Qualitätsstufen xhigh und max, die es bei früheren GPT-Image-Modellen nicht gab. Wer wechseln will, sollte mit zwanzig echten Motiven aus dem eigenen Alltag gegen den bisherigen Stand testen.
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